Droge ‚Anerkennung‘ – Du bist einzigartig, auch ohne Applaus!

One day we all become stories, how we create our own story on every single day, will also determine the story of others. ~Martha E. Reynold~

 

Wir alle brauchen sie, die Anerkennung, der eine mehr, der andere weniger. Mit dem Erfolg verhält es sich nicht anders. Doch zu welchem Preis?

Bei meinen Recherchen bin ich auf eine sehr ergreifende Rede von Jim Carrey gestoßen bei der er, auf seine humoristische brillante Art, zum Thema Anerkennung in unserer Gesellschaft sehr inspirierende Worte findet.

Als leidtragender Perfektionist übe ich mich heute noch darin eben nicht alles bis ins kleinste Detail penibel zu durchdenken damit das Resultat ja  auch die erhoffte Wirkung erreicht. Meistens geht aber genau das nach hinten los. Es ist generell richtig sein Tun gewissenhaft und mit Fleiß bestmöglich zu verfolgen. Damit etwas funktioniert muss es aber nicht perfekt sein. Fehler machen und  Mut zum Scheitern zulassen damit man genau dadurch lernt gelassener mit den unterschiedlichsten Situationen umzugehen, das ist es, worauf sich Erfolg stützt. Und wann zeigt sich Erfolg am ehesten? Erst dann wenn wir aufgehört haben alles zu kontrollieren und den Dingen, die wir durch unsere getroffenen Entscheidungen anstreben, daraufhin ihren Lauf  lassen.

Eines meiner Lieblingswörter heißt ‚Reinvent‘.  Es bedeutet ’sich selbst erfinden‘, und das immer wieder auf’s neue. Menschen die ständig bestrebt sind neue Wege zu gehen und keine Angst vor Veränderung haben, auch nicht vor der eigenen. Solche Re-Inventer verändern, und zeigen Möglichkeiten auf wie es auch anders geht. Sie bleiben sich selbst treu und begegnen unterschiedlichen Mentalitäten gleichermaßen mit Verstand und Mitgefühl. Sei die Idee um das Mögliche zu offenbaren. Sich immer wieder neu zu erfinden, bleibt also eine niemals endende Reise. Man muss sich immer wieder neu ‚ausrichten‘ auf das was kommt, improvisieren, wenn uns das Leben wieder mal unverhofft überrumpelt. Und das macht das Leben so richtig gerne, nicht wahr`, uns austesten, uns an unsere Grenzen bringen, besonders dann wenn es gerade richtig schön ist.

Der Autor James Doty hat mal gesagt, „Die Armut der westlichen Welt ist nicht im Geldbeutel sondern in der sozialen Verbundenheit.“ Irgendwie bekomme ich immer mehr den Eindruck das Rücksichtslosigkeit manchmal doch erfolgreicher ist als mit Geduld und Mitgefühl beim Verfolgen der eigenen Ziele. Gut, es kommt vielleicht darauf an wie man Erfolg für sich selber definiert. Nach meiner Auffassung besteht Erfolg größtenteils dadurch, wie gut wir mit unseren Mitmenschen interagieren können, sei es durch kommunikative Skills oder kognitives Verständnis, und dazu gehört u.a. die Fähigkeit zur Empathie. Wer also dauerhaft erfolgreich sein will muss lernen mit anderen in den Dialog zu treten. In meinem Vollzeitjob habe ich ausschließlich mit Menschen zu tun, wo der Dialog im Mittelpunkt steht. Ob wir erfolgreich sind oder nicht hängt also auch viel von der Fähigkeit ab klar und objektiv durch die Perspektive des anderen sehen zu können, um überhaupt erst erkennen zu können, was der andere braucht, erst dann kann man wirklich hilfreiche Lösungsansätze liefern. Wenn wir es also schaffen einen Beitrag zu leisten wodurch die Gesellschaft einen positiven beziehungsweise innovativen Nutzen hat, ob für mentale oder wirtschaftliche Wachstumsorientierung, dann erst sind wir wirklich dauerhaft erfolgreich.

Durch das Statement von  Jim Carrey sah ich mich mit einer Frage konfrontiert: Würde meine Welt wirklich komplett kollabieren wenn ich nicht so erfolgreich bin wie andere, und weniger Anerkennung für meine geleistete Arbeit erhalte? Definitiv nein! Selbst wenn etwas nicht so läuft wie erhofft dann geht man eben andere Wege, es gibt genügend, ankommen wird man mit Sicherheit, irgendwo, besonders dort wo wir es nie erwartet hätten. Wichtig dabei ist, das man prinzipientreu bleibt und sich nicht für weniger „verkauft“ nur um Erfolg zu haben. Setzen wir uns Ziele die unsere Seele wiederspiegeln und verfolgen diese, ist das schon ein Erfolg an sich. Ungeachtet dessen ob ich für die Öffentlichkeit vielleicht ’nur‘ durchschnittlichen Erfolg haben möge, eines bleibt für mich immer ausschlaggebend: das ich Spaß habe an dem was ich tue. Und wenn meine Reise eines Tages dann einmal endet wird es mir mit Sicherheit recht egal sein wie viel materiellen Besitz ich angehäuft habe. Das was meine Existenz dann womöglich noch auf Dauer repräsentieren wird ist ein recht schnuckeliges Urnengrab vielleicht mit der Wunschaufschrift in Stein gemeißelt: #huch#ichbindannmalweg.de#dieaussichthierobenistschön#tieferfallengehtnicht
#ontour#weltreise#dochnoch’stein’reich#liegenkannichauch
#wennsnichtpasstdannlegichmicheinfachquerdrüber#abgehoben
#ichwilleuchlächelnsehen#dierundegehtaufmich.

Aber zurück ins blühende Leben: ich habe Hunger..Pause..

..zerstöre jetzt ganz zielstrebig und erfolgsorientiert einen übrig gebliebenen Schokohasen von Ostern.. Leben am Limit!  ..bis gleich..:)

..so, glücklich genährt mit liebgewonnenen 1000 Kalorien geht es nun gedanklich limitlos weiter..

Die Erfolgsmaschinerie läuft auf Hochtouren und die Kasse klingelt bei denen die gekonnt das vermarkten und verkaufen was der ‚Normale‘ auch gerne hätte: Erfolg in allen Lebenslagen. Erfolg macht schön, Erfolg bringt Macht, Erfolg macht geil auf mehr. Unsere Gesellschaft brennt förmlich auf ‚mehr‘, und diese ungebremste Gier sprengt schier alle Grenzen. Selbstbewusstsein ist wichtig, auch Selbstreflexion, Selbstfindung, Selbstverwirklichung, Selbstdarstellung, Selbstwert, selbst, selbst, selbst. Merkt ihr’s auch? Wissen wir überhaupt noch wie ein Selbstlos funktioniert?

Das Selbst steht im Mittelpunkt. Ein ‚Du‘ bekommt immer weniger Raum (es sei denn es geht um Schuldzuweisung), und ein ‚Wir‘, so gewinnt man den Eindruck, wird nach außen mehr dargestellt als es tatsächlich gelebt wird. Sicherlich, es hat seine Vorzüge wenn man gelernt hat alleine klar zu kommen, gerade als Single birgt das einen weiteren Raum von riesigen Entfaltungsmöglichkeiten, weltbewegende Streitfragen ob Klodeckel oben oder unten erübrigen sich, und man hat Zeit für die wirklich wichtigen Dinge im Leben (Tinder). Doch andererseits braucht man zur Selbstfindung immer ein Gegenüber, schon alleine beim Rücken eincremen wird’s schwierig. Ohne jegliche Konfrontation mit anderen menschlichen Facetten kann es sehr ‚eigen‘ werden und bleiben. Unterschiedlichkeiten bereichern, selbst diejenigen die nicht immer das Gute aus uns hervor bringen. Die die es schaffen ständig bestimmte Knöpfe zu drücken zeigen uns dann eben wo wir definitiv nicht hin möchten. All das, womit wir nicht übereinstimmen, sollten wir uns hin und wieder im zurück lehnen üben, einfach mal abwarten und sehen, wohin andere Herangehensweisen führen können.

Mit wachsendem Erfolg steigt die Verantwortung. Nicht jeder ist dafür geschaffen und kann mit der einhergehenden Erwartungshaltung souverän umgehen. Schnell entsteht ein enormer Druck, ungern gibt man die erreichte ‚pole position‘ wieder her und wenn es doch passiert ist man am Boden zerstört oder zweifelt an seinen Fähigkeiten. Aus Angst vor dem ausbleibenden Applaus werden viele zu Marionetten die sich mit Statussymbolen schmücken und stolz präsentieren um überhaupt Beachtung zu bekommen. Sie fesseln sich selbst mit verdrehten Idealen weil eben der Markt momentan danach schreit. Und für was? ..denke gerade ganz stark an ‚Das Bildnis des Dorian Gray‘. Misserfolg birgt die großartige Möglichkeit den Charakter zu stärken, doch wie meistert man zum Beispiel  ‚lässiges scheitern‘ ohne sich selbst gleich in den Abgrund stürzen zu sehen wenn etwas nicht auf Anhieb funktioniert?.. Hierzu ein ganz interessantes E-Book:

https://www.weltbild.de/artikel/ebook/laessig-scheitern_21479072-1

Läuft es nämlich nicht gleich so wie wir das möchten, verhalten sich viele Erwachsene wie kleine trotzige Kinder, schaden sich selbst und womöglich andere. Geduld mag kaum einer, selbst ich als Geduldstrampel, habe immer wieder erlebt, das Vieles, worüber ich mir sonst den Kopf zerbrochen hatte, sich einfach von selbst klärte, ohne mein Zutun. Als Kinder zum Beispiel, haben wir soviel Spaß daran gefunden einfach gedankenverloren stundenlang sich mit dem zu beschäftigen was wir gerade vor der Nase hatten. Wir haben uns keine Gedanken darüber gemacht wie wir aus dem was wir gerade tun den bestmöglichen Erfolg heraus prügeln. Es war einfach, weil wir einfach waren. Klar, als Kinder mussten wir uns nicht mit Existenzängsten auseinander setzen, aber können wir nicht einfach auch mal wieder das lieben lernen und Freude daran haben an dem was uns gerade gegeben ist? Intuitiv und ohne Bewertung?

Ich bewundere Menschen die einfach ihren Weg gehen, ungeachtet dessen was andere über sie denken. Die schlechte Kritik einfach weg lächeln, deren Selbstbewusstsein erfrischend unendlich wirkt, und die sich scheinbar niemals Gedanken darüber machen ob es gerade ‚passend‘ für den Markt ist. Heutzutage scheint es jedoch, wer nicht überragend erfolgreich ist und bleibt, ist am Leben gescheitert. Warum ist es nicht gern gesehen nicht so Erfolg-Reich zu sein als andere? Man wird leicht gebrandmarkt als Faulenzer, als Versager, als Abtrünniger unserer Gesellschaft, weil man sich entschieden hat, nicht mit zu schwimmen und mit dem zufrieden lebt was man hat, in seiner ganz eigenen kleinen Welt, in der man ja auch ganz glücklich ist und es einem ausreicht was ist. Man will kein Vorzeige-Leben, man will nicht glänzen für andere, sondern einfach nur sein. ‚Normal‘ sein kann auch schön sein, stellen wir uns vor jeder Mensch auf diesen Planeten würde anstreben ein Weltstar zu sein, die Welt wäre eine einzige Bühne, perfekt choreographiert und inszeniert. Dabei ist jeder wichtig, wer räumt z.B. dann noch unseren Müll weg und hält unsere Straßen sauber? Wer versorgt uns mit Nahrungsmitteln und baut es an? Wer kümmert sich um Menschen die sich nicht mehr selber helfen können? Ich könnte diese Fragen jetzt wirklich ausführen, aber dann müsste ich ein Buch schreiben. Alles im Leben hat seinen Platz und das ist auch so gewollt, denken wir dabei an das Zusammenspiel der Natur. Kurz gesagt, egal was du gerne tust, es ist niemals umsonst und genauso wichtig, auch ohne Applaus.

Du bist einzigartig, auch ohne Applaus! Renne nicht dem Erfolg hinterher und genieße die Anerkennung und Wertschätzung die du von deinem Umkreis erhältst, auch wenn der Kreis klein sein mag. Wenn du nach mehr strebst dann sei dir bewusst darüber das alles seinen Preis hat. Irgendwo habe ich gelesen (erinnere mich allerdings nicht von wem das ist): ‚Das Seil an dem du dich festhältst wird irgendwann zum Strick‘. Verbiege dich also nicht zu einem Menschen der schön sein will nur für den Applaus. Bleibe ein Mensch der schön ist und wertschätze das was um dich herum ist, einschließlich der Menschen die dir nahe stehen. Diese Anerkennung kommt von ganz alleine, und der Erfolg kann dir folgen. Strebe nach dem was dir Freude bereitet und  lebe darin, ungeachtet der Aufmerksamkeit die es womöglich hervorrufen mag. Wahrer Erfolg im Leben besteht nicht aus dem was wir an materiellen Dingen vorzeigen können, sondern er liegt in den glücklichen zufriedenen Gesichtern um uns herum. Zumindest für mich.

 

Frag-Würdig:

  • Zähle ich nur als erfolgreich aufgrund der Anerkennung durch andere?
  • Ist heutiger Erfolg nur noch ein Beitrag zur Aufrechterhaltung eines künstlichen Systems?
  • Wird Erfolg nur noch gleichgestellt mit erbrachter Höchstleitung?

 

Herzlichen Dank für Eure Zeit!

Peggy Gardot

 

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2 Kommentare

  1. Danke für diesen spannenden Artikel.
    Ja, Beifall scheint eine sehr wichtige Währung zu sein, für die oftmals ein zu hoher Preis bezahlt wird …
    Liebe Grüße!

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    1. ich danke dir für dein Feedback!! 🙂 Ja, hast du vollkommen Recht, so schön es auch sein mag für den Moment, aber das ganze Leben darauf auszurichten und dermaßen zu inszenieren ? Oder man muss wirklich dafür geboren sein.. Schönen Tag dir!! Liebe Grüße zurück 🙂

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