Glück ist selbstgemacht – Aber wie?

Das Glück gehört denen die sich selbst genügen. Denn alle äußeren Quellen des Glückes und Genusses sind ihrer Natur nach höchst unsicher und misslich, vergänglich und dem Zufall unterworfen.  ∼Arthur Schopenhauer

..sich selbst genügen.. ich überlege, wann genau war oder bin ich glücklich? Wie definiere ich ‚glücklich sein‘ für mich selbst? Und wann spüre ich diese Genügsamkeit?

Bei diesen Fragen kommt mir spontan ein Szenario in den Kopf. Das Titelbild habe ich mit meinem Handy gemacht, als ich morgens aufgewacht bin, einen Tag nach meinem Autounfall. In der Nacht zuvor, ich erinnere mich es war ein Karfreitag, bin ich einem kleinen Reh ausgewichen, das Auto geriet durch das Bremsmanöver ins schleudern, kam von der Fahrbahn ab, und ich landete in Sekundengeschwindigkeit auf der Fahrerseite im Seitengraben. Es war nur noch ein Ausstieg möglich, nach oben, durch die Beifahrertüre, aber die lies sich leider von mir alleine nicht öffnen. Meine Idee dann einfach aus dem Fenster zu klettern erwies sich auch als Fehlschlag, da die elektrischen Fensterheber nicht mehr funktionierten. Ich war alleine, und es blieb mir nur noch eines, abzuwarten bis jemand vorbei fährt, und darauf zu hoffen, das mein Auto nicht durch irgendeinen Schaden in Flammen aufgeht. Ich war noch nie ein überaus geduldiger Mensch, aber in solch einen Moment lernt man unfreiwillig schnell, das manchmal einem nichts anderes mehr übrig bleibt als abzuwarten, und zu hoffen.

Das ist nun mittlerweile 6 Jahre her. Immer wenn ich dieses Foto sehe, erinnert es mich, wie unsagbar glücklich ich mich an jenem Morgen fühlte. Ich hatte keine einzige Verletzung oder auch nur einen Kratzer. Ich hatte  einfach nur unbeschreibliches Glück, und Autofahrer die angehalten hatten, um mir aus dem Auto zu helfen. Ich kenne diese Menschen nicht beim Namen, aber ich bin ihnen, bis heute, unendlich dankbar.

Dankbarkeit..das ist Genügsamkeit und somit ein Schlüssel zum Glück. Den Maßstab was und wie viel einen selbst genügt, setzt jeder für sich anders. Glück findet man meist nicht woanders, sondern indem man das nutzt was bereits vorhanden ist. Man kreiert sich daraus einfach etwas neues und erschafft sich sozusagen seine eigenen ‚Glücksbringer‘.

Gute Freundschaften, Familie, und das Schreiben, das sind meine ‚Glücksbringer‘. Damit fühle ich mich wohl. Glück ist für mich persönlich eine Entscheidung. Sich entscheiden, die alten Pfade zu verlassen, dem Herzen zu folgen, und nicht immer so zu tun als wäre alles in Ordnung. Der ’schöne Schein‘ trügt, ..nicht immer, dennoch sollte man hin und wieder die eigenen Intentionen  hinterfragen, warum man die Dinge tut wie man sie tut. Tue ich dies oder jenes nur für meinen eigenen Vorteil, oder einfach um anderen eine Freude zu bereiten, ohne dafür eine Gegenleistung zu erwarten. Mal ehrlich, was gibt es denn schöneres als anderen ein Lächeln zu entlocken? Hier fängt doch Glück an, oder?

Aber, so wie mit allem im Leben gibt es immer mehrere Seiten. Einen dauerhaften Glückszustand gibt es nun mal nicht, und das ist auch gut so. Wenn wir z.B. an die größten Kunstwerke dieser Welt denken, so sind diese erst aus der Traurigkeit heraus entstanden. Melancholie ist eine Lebensader für Kunstschaffende.

Deswegen gehört zum Glück auch Rückzug und Neuorientierung. Glück ist von der Bereitschaft abhängig sich zu verändern. Neue Wege zu gehen, frei Entscheidungen treffen zu können, für ein erfülltes Leben. Das Annehmen von Trauer und der Verlust von geliebten Menschen, das ist schmerzhaft und unvermeidlich. Es waren Wegbegleiter die zu Wegbereitern wurden, die einen geprägt und geformt haben. Die Erinnerung an diese Menschen vergeht jedoch nie, sie trägt uns weiter, auf neue Pfade. Je älter wir werden, desto häufiger müssen wir uns verabschieden, auch von Verhaltensmustern die uns mehr schaden als das sie uns voran bringen, und Ansichten die nicht mehr unserer eigenen Wahrheit entsprechen.

Glück ist möglich, allgegenwärtig, wenn wir auch das Gegenteil erlebt und akzeptiert haben. Ohne in Abhängigkeit gelebt zu haben, können wir Freiheit nicht genießen, ohne Ablehnung gespürt zu haben, können wir Zuneigung nicht wertschätzen. Das eine ist nicht erkennbar, wenn das andere nicht existiert. Glück erfahren wir wenn wir uns bewusst vom Unglück abwenden.

Dabei hab ich etwas entscheidendes für mich herausgefunden: Der erste Schritt ist das Erkennen was einen unglücklich macht, der zweite ist sich zu entscheiden, und der dritte, im Hier und Jetzt leben, und das was war auch dort zu belassen.

Frag-Würdig:

  • Was sind deine ‚Glücksbringer‘ ?
  • Was bist du bereit für dein eigenes Glück zu ändern?
  • Bist du mit dem glücklich was du hast?

 

Herzlichen Dank für Eure Zeit!

Peggy Gardot

 

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5 Kommentare

  1. Liebende Martha

    Dein Name hebräisch bedeutet
    Herrin Gebieterin
    Und ein glücklicher Mensch gebietet dem scheinbaren Unglück Wandlung
    Dahin den Logos
    Bert Hellinger KZ Überlebender Jude entwickelte die Logotherapie
    Das innewohnende Glück im Unglück zu erkennen
    Die meisten Menschen fürchten dauerhaftes immerwährendes Glück
    Bis in den Satz
    Dann wäre ja alles langweilig

    Du bist meine Glücksbringerin
    Eine des Weges laufende Katze
    Blumen
    Sonne
    Kaffee
    Musik
    Weiter bin ich bereit das Rauchen aufzugeben
    Zufall ist das Verweigern anzuerkennen das innewohnende
    Liebesgesetzlichkeit in allem und durch alles wirkt
    Glück ist für mich den Adam & Eva Mythos zu entdämonisieren
    Wie Du treffend erkannst ist nur am Gegensätzlichen wesensverwandtem
    Das Gesetz der Einigung des Einsseins jenseits von Gut & Böse erlebbar

    In einer Lebensanschauung der Angst ist Alles von Unglück bedroht
    Der Angstfreie mutvolle Mensch energetisiert Glück
    Und oftmals in der Weltgeschichte wurden diese als so gefährlich erlebt
    Das Sie verfolgt erhängt erschossen erstochen wurden
    Jesus starb angeblich gefoltert am Kreuz
    Martin Luther King entleibt Kaspar Hauser mit einem okkultem Dolch ins Herz hingerichtet
    John F Kennedy von Geheimdiensten beseitigt

    Glück ist die Methaphysische Dimension des bedingungslosen Liebens
    Und wie in dem Buche „1984“ die Frau orakelt
    Die Liebe ist für das System eine gefährliche Kraft
    Denn Sie verkörpert eine Macht die Sie nicht kontrollieren können

    Mystische Erlebnisse beglücken ähnlich gewisser psychotroper Substanzen
    Nur setzen diese körpereigene Drüsen frei
    Denn der Mensch ist wahrlich frei der liebt und
    Lieben beglückt lachend
    Dies sagt mein inneres Kind

    danke
    Dir El Afibiey von Herzen

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  2. Lebensleicht gleite ich tief durch den Lebenstraum
    kaum erinnere ich
    die Geburt noch werde ich wohl
    erinnern den Tod
    doch oft schimmert aus heiterem Himmel das Licht
    ohne das sich nichts und niemand
    durch die zärtliche Hülle der Dunkelheit bricht

    Ja Lebensleichtigkeit

    im Licht

    und der Traum im Dunkel des Schlafs

    im Übrigen gilt es die Gesellschaft zu meiden
    da dort der ewige Wettkampf tobt
    wer dort seine Lebensleichtigkeit sucht
    der kann sie nur finden
    indem er zum Mörder an den Träumen anderer wird
    wobei
    für manche entsteht ja dann
    das
    was
    diese Menschen als Glück empfinden
    Glück basiert letztlich immer auf dem Unglück anderer

    Lebensleichtigkeit schont die Lebensleichtigkeit anderer
    Lebensleichtigkeit tanzt gemeinsam durch die Dimensionen
    Lebensleichtigkeit umarmt den Geist und die Seele
    sie drängt niemanden, sie treibt niemanden an,
    sie ist schlicht jene Kraft, die kein Mephisto
    und keine Weisheit beschreibt,
    sondern jene Kraft, die aus dem Raubtier
    ein friedliches Wesen macht

    Der Mensch ist leider ein Raubtier
    lebensleichte Menschen sterben bald
    ganz aus
    sie sind aber nicht traurig
    da sie schlicht lebensleicht sind

    sie leben in der Regel ein ganzes Leben
    da sie nicht Lebensmüde sind

    sie sind nicht Lebensmüde
    da lebensleicht zu sein,
    jeden Lebensmoment

    lieb zu haben, bedeutet.

    (Was unter Raubtieren unmöglich ist!)

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    1. Wunderschön!!!! Vorallem liebe ich diesen Abschnitt: ..im Übrigen gilt es die Gesellschaft zu meiden
      da dort der ewige Wettkampf tobt
      wer dort seine Lebensleichtigkeit sucht
      der kann sie nur finden
      indem er zum Mörder an den Träumen anderer wird
      wobei
      für manche entsteht ja dann
      das
      was
      diese Menschen als Glück empfinden
      Glück basiert letztlich immer auf dem Unglück anderer..
      Vielen Dank und verfolge nun gespannt deine nächsten Beiträge. lg Peggy:)

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  3. Hallo Peggy.
    Danke für diesen klugen und einfühlsamen Text. Unter Frag-Würdig lese ich: „Ist Glück Zufall oder Mut?“ Ich glaube es braucht den Willen zum Mut. Weil Du Schopenhauer zitierst dazu noch ein Gedanke. In seinem Hauptwerk die „Die Welt als Wille und Vorstellung“ sieht er den Willen als universellen Lebensdrang. Der Wille entsteht nicht durch mein in der Welt sein, sondern die Welt entsteht durch meinen Willen zum Leben. Der Intellekt ist nur ein Diener des Willens. Ich stimme dem zu.

    Deswegen frage ich mich: Was ist das nur? Diese Suche nach einem Glück. Es lebt sich doch besser ohne. Suche wird zu einer Sucht nach Gefühlen des Glücks. So ergeht es den Suchenden wie den Süchtigen. Das Erwachen ist oft schal oder leer und die erneute Suche wird zur Obsession. Dabei kann Glück so einfach sein. Alles, was ich tun muss, besteht darin, nichts zu tun. Um allein mit dem „Willen zum Glück“ (Albert Camus) zu leben. Ohne den Anspruch, es immer wieder neu zu erfinden. Es reicht doch, sich selbst als Ausnahme in der Welt zu fühlen.

    Glück, wenn es das wirklich gibt, besteht für mich in der Überwindung der Furcht. Im Verzicht auf die Hoffnung, ein gelungenes Leben absolvieren zu müssen. Entweder ich fühle mich jetzt, in diesem Moment glücklich oder ich fühle es nicht. Wer kann schon sagen, in drei Tagen bin ich glücklich. In vier Wochen will ich glücklich sein. Für die Empfindung von Glück gibt es nichts zu relativieren, aufzuschieben, vorzuplanen. Entweder jetzt oder nicht, sage ich zum Glück. Du bist wie der Klatschmohn im Kornfeld. Ich darf dich nur in diesem Moment erleben. Ich kann dich nicht planen und festhalten.
    Grüße aus Hamburg
    Dieter

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    1. Hi Dieter, sehr schöner Text! Wenn ich das richtig interpretiere dann ist der Wille, also die Bereitschaft mutig zu sein, loszulassen und Empfindungen zuzulassen, eigentliche Bewußtwerdung für das was jetzt ist. Im Prinzip ist dann das was wir Glück nennen ein bedingungsloser Zustand des Seins…Vielen Dank für deinen inspirierenden Gedanken. Grüsse Peggy:)

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